KI in der Marketing Automation

Als Marketing Automation Specialist arbeite ich täglich mit mehreren Tools gleichzeitig: ActiveCampaign, Brevo, Mailchimp, Salesforce Marketing Cloud Engagement und neuerdings auch Salesforce Marketing Cloud Next mit Data Cloud. Seit Claude, ChatGPT und Gemini verfügbar sind, hat sich meine Arbeitsweise verändert. In diesem Beitrag zeige ich anhand von Marketing-Automation-Beispielen aus meinem Alltag, wie ich KI in der Marketing Automation einsetze, wo nicht, und warum. Arbeitest du als Marketing-Manager mit einem dieser Tools? Dann lies weiter.

3 Regeln, die bei mir funktionieren

  • Im Prompt klar sagen, um welches Produkt und welche Version es sich handelt (vor allem bei Salesforce mit ähnlichen Namen sehr wichtig).
  • Erfahrungswerte von anderen Personen in Communities nutzen.
  • Kritisch bleiben und die eigene Arbeitsweise in Dokumentationen festhalten.

Erst denken, dann fragen

Bevor ich eine KI etwas frage, überlege ich mir selbst, wie ich das Problem lösen würde. Erst danach hole ich mir eine zweite Meinung oder Unterstützung bei der Umsetzung. Der Grund ist einfach: Wer die Lösung direkt von der KI erwartet, kommt oft nicht auf eine Lösung, die selbst die naheliegendste gewesen wäre. Die eigene Kreativität bleibt so Teil des Prozesses, die KI ergänzt sie.

Das hat auch mit Ressourcen zu tun. Jede Anfrage an eine KI verbraucht Strom und Wasser für die Kühlung der Rechenzentren sowie Tokens.

Wo ich keine KI nutze

Für eine einfache E-Mail brauche ich keine KI, die schreibe ich selbst. Bei komplexeren Aufgaben arbeite ich dagegen bewusst mit KI, weil sich der Aufwand dort lohnt. Ausserdem gebe ich nie persönliche Daten in eine KI ein. Wenn ein Text personenbezogene Daten enthält, anonymisiere ich diese zunächst.

Welches Tool für was

Für die Desktop-Anwendung nutze ich Claude. Der Vorteil: Claude hat Zugriff auf meine anderen Tools, wodurch ein echtes «Co-Working» entsteht. Claude kann direkt in den Anwendungen mithelfen, statt dass ich Informationen hin und her kopieren muss.

Für Texte greife ich weiterhin lieber zu ChatGPT. Bei technischen Fragen nutze ich häufig Gemini. Diese Aufteilung ist kein festes Prinzip, sondern hat sich über die Zeit so eingespielt, weil jedes Tool in seinem Bereich für mich einfach die besseren Ergebnisse liefert. Wer sich noch nicht festgelegt hat, welches Tool zu welcher Aufgabe passt: In unseren Leistungen Marketing Automation gehen wir auf genau diese Einsatzbereiche ein.

Wie ich KI für diese Marketing-Tools nutze

Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedlich der Einsatz von Tool zu Tool ausfällt, besonders bei den Salesforce-Produkten.

ActiveCampaign

Hier nutze ich meistens die eingebaute KI-Funktion, etwa um Segmente zu erstellen, passende Einstellungen zu finden oder Insights zu erhalten. Diese Funktion hat sich in den letzten Monaten stark verbessert. Wer sie noch nicht ausprobiert hat, sollte das nachholen. Wenn ich etwas in den Einstellungen nicht finde, zum Beispiel wie man die Standard-Abmeldenachricht ändert, frage ich eine KI direkt.

Salesforce Marketing Cloud Next

Dieses Tool ist eine ganz andere Geschichte. Weil es auf Data Cloud basiert, ist es das technisch anspruchsvollste in meinem Alltag. Hier arbeite ich viel mit Datenstrukturen und nutze dafür meistens Gemini.

Salesforce-Dokumentation zur Data Cloud: Mapping des Account Contact Relation DLO auf das Account Contact DMO

Entscheidend ist, den Prompt von Anfang an klar zu formulieren: «Ich arbeite mit der Salesforce Data Cloud in Kombination mit der Marketing Cloud Next. Ich möchte mein Custom DMO in einem Segment mit Unified Individuals verfügbar haben. Wie soll ich das Mapping erstellen?»

Salesforce benennt seine Tools regelmässig um, und es gibt gleich drei verschiedene «Marketing Clouds». Ohne diese Präzisierung bekommt man schnell Antworten, die zum falschen Tool gehören.

Ich prüfe meine Datenstrukturen, also Mappings und Beziehungen, jeweils im Vorfeld. Dazu erkläre ich der KI das Ziel, das gewünschte Segment und was ich für die Datenaufbereitung brauche. Ich zeige, was ich bereits habe, erkläre den Hintergrund und bitte um Feedback.

Der Grund für dieses Vorgehen: Data Cloud verbraucht bei jeder Datenaktion Credits. Ausprobieren ist deshalb teuer. Mit einem Testsystem ist es einfacher, aber selbst dort gilt: Einmal gesetzte Mappings und Beziehungen wieder zu entfernen, ist mühsam. Deshalb nutze ich die KI hier wirklich zum gemeinsamen Brainstorming und zur Kontrolle im Voraus.

Da sich diese Salesforce Tools sehr schnell weiterentwickeln, frage ich auch mal nach einzelnen Funktionen. Die Antworten werden dabei spürbar besser, vermutlich weil sowohl die Nutzung der Tools als auch die Dokumentation dazu zunimmt. Vor einigen Monaten war es noch schneller, selbst in den Wissensdatenbanken zu suchen.

Brevo und Mailchimp

Beide haben keine eingebaute KI wie ActiveCampaign. Da Brevo aber ohnehin eines der einfacheren Tools ist, brauche ich für den Aufbau von Automationen selten Unterstützung. KI nutze ich hier vor allem für Inspiration, sowohl bei Automationen als auch bei Texten.

Bei Mailchimp starte ich oft mit den vorhandenen Vorlagen für Automationen. KI hilft mir vor allem dabei herauszufinden, was innerhalb der Limits des jeweiligen Accounts überhaupt möglich ist.

Salesforce Marketing Cloud Engagement

Hier nutze ich Gemini, um SQL zu schreiben. Ich arbeite schon lange mit diesem Tool und weiss, welche Automationen möglich sind und wie ich sie aufsetze. Komplexeres SQL fällt mir als Marketerin trotzdem schwer. Der wichtigste Trick dabei: Ich sage der KI explizit, dass es sich um Salesforce SQL handelt. Ohne diesen Hinweis kommen die Antworten oft nicht auf den Punkt.

Lernen mit KI

Marketing Cloud Next und Data Cloud entwickeln sich schnell, deshalb ist es wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben. Die wertvollste Quelle dafür sind für mich nach wie vor Communities und Salesforce Help. Ergänzend nutze ich Claude, um neue Dokumentationen zu finden, wobei mir wichtig ist, dass es sich um offizielle Quellen handelt.

Ich lasse Claude den offiziellen Knowledge-Test finden. Wenn ich bei einem Wissenstest eine Antwort falsch habe, frage ich die KI, warum das so ist, und lasse mir das Thema erklären.

Die KI ersetzt das Denken nicht, sie prüft es.

Häufige Fragen

Ich arbeite hauptsächlich mit drei Tools: Claude auf dem Desktop, weil es Zugriff auf meine anderen Programme hat und dort direkt mitarbeiten kann, ChatGPT für Texte und Gemini für technische Fragen, etwa SQL oder Datenstrukturen in Salesforce.

Ich gebe grundsätzlich keine persönlichen oder personenbezogenen Daten in eine KI ein. Enthält ein Text solche Daten, anonymisiere ich ihn zuerst, bevor ich ihn für eine Anfrage verwende.

In ActiveCampaign nutze ich meistens die eingebaute KI-Funktion, etwa für Segmente, Einstellungen und Insights. Brevo und Mailchimp haben keine eingebaute KI. Dort hilft sie mir vor allem als Inspiration für Automationen und Texte und dabei herauszufinden, was innerhalb der Limits des jeweiligen Accounts möglich ist.

Ich nenne im Prompt immer Produkt und Version, weil Salesforce seine Tools regelmässig umbenennt und es gleich drei verschiedene «Marketing Clouds» gibt. Bei SQL sage ich ausdrücklich, dass es Salesforce SQL ist. Und ich prüfe Datenstrukturen und Mappings vorab mit der KI, weil Data Cloud bei jeder Datenaktion Credits verbraucht.

Du möchtest KI sinnvoll in deine Marketing Automation einbauen? Schreib uns, wir schauen gemeinsam, welche Automationen sich bei dir lohnen.

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